Bank-Ärger I

Nichts als Ärger / Geschichten, die das Leben schreibt

Eigentlich hatte ich mir nur unnötigen Aufwand ersparen wollen, als ich für die Dauer einer praktikumsbedingten vierwöchigen Umsiedelung nach Berlin eine Freundin beauftragte, mir in dieser Zeit privat meine Post nachzuschicken. Ich fand es zu umständlich, für diese vier Wochen extra einen Nachsendeauftrag zu erteilen – schließlich konnte man nie wissen, ob danach die Post tatsächlich wieder an die richtige Adresse geliefert werden würde, irgendwas geht schließlich immer schief. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich mit dieser Entscheidung unwissentlich das Tor zur Hölle weit öffnete und mich den Elementen des Bösen, die sich in der harmlosen Gestalt von Postbeamten tarnten, ungeschützt zum Fraß vorwarf. Während meines Berliner Aufenthaltes lief noch alles wie am Schnürchen – alle an mich gerichteten Briefe landeten an meiner c/o-Adresse und damit in meinen Händen. Das Unheil nahm erst mit meiner Rückkehr seinen Lauf – angestoßen offenbar von einem übereifrigen Briefträger, der vermutlich im Glauben handelte, Gutes zu tun, allerdings das Gegenteil bewirkte und mich an den Rande eines Nervenzusammenbruchs trieb.

Das Böse schlich sich am 25. Oktober 1999 in mein Leben: An diesem Tag erhielt ich ein Schreiben meiner Bank, die mich bis zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre lang als zufriedene Kundin hatte bezeichnen können. In diesem Schreiben wurde mir mitgeteilt, dass die Bank Kenntnis von meiner Berliner Adresse erhalten habe, und ich wurde nun aufgefordert anzugeben, ob meine Bank-Post künftig an diese Berliner Adresse geschickt werden solle. Ich wunderte mich kurz, wie die Bank von dieser Adresse erfahren haben könnte, da ich ja – aus gutem Grund ­– nie einen Nachsendeauftrag erteilt hatte, Begriffe wie „Datenschutz“ und „Postgeheimnis“ stoben kurzfristig wie Staubwolken in meinem Gehirn auf, schließlich griff ich aber jugendlich-naiv zum beigefügten Antwortbogen und teilte meiner Bank mit, dass die Berliner Adresse hinfällig und ich ausschließlich unter meiner Heimatadresse zu erreichen sei. Danach vergaß ich die Angelegenheit schnellstmöglich.

Drei Tage vor dem ominösen Schreiben war mir bereits per Post die Geheimnummer meiner neuen EC-Karte zugestellt worden – die Karte hatte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht erhalten. Ein Zusammenhang mit dem Schreiben bezüglich meiner Adresse erschloss sich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht – ein nachvollziehbarer, aber nichtsdestoweniger böser Fehler, wie mir in den folgenden Wochen klar werden sollte.

Denn knapp zwei Wochen nach Erhalt der Geheimnummer war meine neue EC-Karte immer noch nicht bei mir eingetroffen, was mich nachhaltig zu wundern begann. Ich rief also am 4. November beim Direkt-Service der Bank an, um mich nach dem Verbleib meiner Karte zu erkundigen. Am anderen Ende der Leitung befand sich eine äußerst unfreundliche Dame, die ich offensichtlich bei anderweitigen Tätigkeiten störte. Sie teilte mir mürrisch mit, die Ursache der ausbleibenden Post sei vermutlich mein Briefträger, sie werde sich um die Sache kümmern und sich wieder melden. Danach vergaß sie die Angelegenheit schnellstmöglich.

Ich allerdings nicht. Als ich am 15. November weder meine Karte noch eine sonstige Rückmeldung der Bank erhalten hatte, rief ich wiederum beim Direkt-Service an. Diesmal hatte ich mehr Glück, zumindest was das Zwischenmenschliche betraf: Ich erwischte eine freundlichere Dame, die sich die Mühe machte, den Vorgang zu verfolgen. Dabei stellte sie fest, dass meine Karte just an diesem Tag abgeschickt worden sei. Um die Gunst der Stunde (freundliche Sachbearbeiterin) zu nutzen, bestellte ich bei ihr noch rasch einen Satz Bankumschläge, da sich mein entsprechender Bestand dem Ende zuneigte. (Damals konnte man bei der Bank seine Überweisungen kostenlos mit Bankumschlägen zur Zentrale schicken, da das Überweisungsterminal zu diesem Zeitpunkt noch nicht Einzug gehalten hatte, man aber auch nicht, wie bei anderen Banken üblich, Überweisungen einfach einwerfen konnte.)

Am 22. November war die kostbare Karte, die angeblich eine Woche zuvor versandt worden war, immer noch nicht bei mir eingetroffen. Ich begann langsam, unruhig zu werden, schließlich neigte sich das Jahr dem Ende zu und mir drohte ein Jahreswechsel ohne gültige EC-Karte. Langsam keimte in mir aber auch ein Gefühl auf, das mit dem Ausdruck „Wut“ durchaus nicht unzutreffend beschrieben wäre. Ich griff daher zum Telefonhörer, um meinen mir inzwischen zur Gewohnheit gewordenen wöchentlichen Anruf bei meinen Freunden vom  Bank-Direkt-Service zu tätigen. Nach dem üblichen Verweis auf den Briefträger als vermutliche Fehlerquelle wurde die an mich versandte, bei mir aber nie angekommene Karte gesperrt, und mir wurde mitgeteilt, dass nun eine neue Karte entsandt werde.

Nichts als Ärger / Geschichten, die das Leben schreibt

Somit begann eine neue Zeit des Wartens. Ich verkürzte sie mir, indem ich am 25. November an einem Schalter eine Überweisung tätigte – es wird sicher nicht überraschen, dass ich zu diesem Zeitpunkt die zehn Tage zuvor bestellten Umschläge noch nicht erhalten hatte. Vermutlich waren die Brieftransporteure und -träger alle vollauf damit beschäftigt, zentrale Datensammelstellen über privat nachgesandte Briefe und die dazugehörigen Adressen zu informieren, so dass für das Transportieren und Zustellen der Post einfach keine Zeit blieb. Dafür muss man Verständnis haben. Um – angestachelt von meinen bisherigen Erfahrungen – ganz auf Nummer Sicher zu gehen, nutzte ich die Gelegenheit und bestellte am Schalter rasch noch einmal mittels eines Formulars einen Satz Umschläge. Denn man muss ebenso Verständnis dafür haben, dass solche Umschläge nicht einfach am Schalter ausgehändigt werden können. Wieso eigentlich nicht?

Am 26. November stellte ich nach einem kartenbezüglich erneut erfolglosen Gang zum Briefkasten erste Anzeichen geistiger Zermürbung an mir fest. Ich beschloss, meine Vorgehensweise zu ändern, da meine wöchentlichen Anrufe beim Direkt-Service leider ganz offensichtlich nicht von Erfolg gekrönt waren. Immerhin war es nun bereits mehr als vier Wochen her, dass ich meine Geheimnummer erhalten hatte, ohne dass dieser auch die zugehörige Karte gefolgt wäre. Ich fasste den Plan, auf fernmündliches Betteln künftig zu verzichten und die Bank höchstselbst so lange zu belagern, bis ich endlich – Auge in Auge mit meinen Widersachern – einen ersten Erfolg meines bis dahin fruchtlosen Tuns verzeichnen könnte.

Also ging ich in die nur wenige Meter von meiner Wohnung entfernt gelegene Filiale – und hatte Glück: Ich geriet an eine freundliche Kundenberaterin, die sich viel Zeit nahm und die mysteriösen Vorgänge untersuchte. Das ebenso mysteriöse Ergebnis dieser Untersuchungen lautete, dass meine am 15. November verschickte Karte mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurückgekommen sei. Nachdem die freundliche Kundenberaterin und ich uns eine Weile gemeinsam gewundert hatten, da ich keinerlei Kenntnis davon hatte, dass ich in letzter Zeit bekannt oder unbekannt verzogen wäre, begann mir etwas zu dämmern und ich brachte die Berliner Adresse ins Spiel. Das war gut, denn so stellte sich heraus, dass die Adresse nicht gelöscht, sondern tatsächlich als Versandadresse eingerichtet worden war.

Ich erfuhr, dass eine solche Versandadresse nur aufgrund eines von mir unterschriebenen Antrags eingerichtet werden könne. Die freundliche Kundenberaterin und ich wunderten uns erneut, denn einen solchen Antrag hatte ich nie gestellt, geschweige denn unterschrieben. Im Gegenteil: Ich hatte ja im Oktober mittels des mir zugesandten Formulars ausdrücklich erklärt, dass auf gar keinen Fall eine Versandadresse in Berlin eingerichtet werden solle, und hatte entsprechende Passagen der Deutlichkeit halber sogar durchgestrichen, um ja keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – vergebliches Tun, wie sich nun herausstellte.

Immerhin war nun aber endlich der Verbleib meiner Karte geklärt, denn diese hatte sich offenbar mehrfach erfolglos auf die Reise nach Berlin und zurück begeben. Ich verfolgte aufmerksam mit, wie die freundliche Kundenberaterin die Berliner Adresse im geheimnisvollen Bank-Computersystem unwiderruflich löschte, atmete auf und zog neue Kraft aus ihrer Ankündigung, dass nun eine neue Karte mitsamt neuer Geheimnummer an mich verschickt werde. Die bereits erhaltene Geheimnummer sollte ich einfach vernichten.

Bei dieser Gelegenheit stellte die freundliche Kundenberaterin auch noch fest, dass mein Name bei der Bank fälschlicherweise als „Mirijam“ (anstatt „Mirjam“ – diesen häufigen und in zahlreichen Varianten gemachten Fehler zu korrigieren hatte ich schon vor längerer Zeit aufgegeben…) geführt wurde. Sie berichtigte auch diesen Fehler und bestellte neue Überweisungsvordrucke und Auszahlungsscheine mit dem richtigen Namen sowie zwei Sätze Umschläge, da ihre umfangreichen Nachforschungen auch ergeben hatten, dass weder meine telefonische Umschlag-Bestellung vom 15. November noch meine am Schalter getätigte Bestellung vom Vortag an irgendeiner Stelle des geheimnisvollen Bank-Computersystems registriert worden waren. Irgendwie gelang es mir nicht mehr so recht, mich darüber zu wundern.

Ich hatte das erhebende Gefühl, dass nun dank der freundlich-kompetenten Frau vielleicht doch noch alles gut werden würde – und tatsächlich: Bereits am 2. Dezember traf endlich meine neue EC-Karte bei mir ein. Daraufhin begann ich nun, auf die neue Geheimnummer zu warten. Ich wartete und wartete und wartetetete. Als ich am 10. Dezember weder die Nummer noch Umschläge erhalten hatte, gleichzeitig aber das Jahresende mit feiertagsbedingten Bankschließungen bedrohlich näher rückte, machte ich mich ein zweites Mal auf, um den Kundenberaterverschlag mit einer Dauerbelagerung zu versehen. Allerdings war diesmal die freundliche Kundenberaterin nicht im Dienst, und ich geriet an einen männlichen Kollegen, dem der Sinn seiner Berufsbezeichnung leider verborgen geblieben war. Der grundgescheite und gerade richtig dicke Mann in den besten Jahren täuschte, nachdem ich ihn mit einem kurzen, aber präzise gesetzten Handkantenschlag aus seinem Dämmerschlaf erweckt hatte, hektische Betriebsamkeit vor, tätigte einen kurzen Anruf, um mir mitzuteilen, dass meine Bestellung vom 26. November bereits am 30. November aufgenommen worden sei, und vertröstete mich anschließend damit, dass ich in den kommenden Tagen sowohl Umschläge als auch Geheimnummer erhalten werde. Dann erhoffte er offensichtlich meinen glücklichen Abgang, um weiter vor sich hin dösen zu können.

Doch ich blieb sitzen. Durch die vorangegangenen Ereignisse widerborstig geworden, hob ich an nachzufragen, ob es vielleicht möglich sei, dass die EC-Karte, die ich nun endlich erhalten hatte, identisch mit der zuerst an mich versandten und mehrfach erfolglos nach Berlin gereisten Karte sei, und ich somit vergeblich auf eine neue Geheimnummer wartete, da die bereits am 22. Oktober erhaltene die richtige sei. Doch ich kam nicht dazu, diese Frage zu Ende zu führen: Der Kundenberater unterbrach mich mitten im Satz mit der Frage, ob ich noch andere Probleme habe – er habe schließlich sehr viel zu tun. Daraufhin legte er mir dar, wie großzügig es von ihm sei, dass er in seiner Eigenschaft als Kundenberater während seiner Arbeitszeit Kunden berate. Ich war sprachlos, gab die Verschlagbelagerung auf, schleppte mich nach Hause und brach zusammen. Innerlich begann ich mich mit dem Gedanken abzufinden, dass das neue Jahr anbrechen würde, ohne dass ich im Besitz einer EC-Karte mit gültiger Geheimnummer sein würde. Ich erwog erstmals das Horten größerer Bargeldbestände vor dem Jahreswechsel. Die Umsetzung dieses Plans scheiterte an der Tatsache, dass dies das Vorhandensein größerer Geldbestände voraussetzte.

Am 14. Dezember erhielt ich einen Anruf der Bank. Ich erwachte aus meiner Lethargie und wagte die Hoffnung, dass es Neuigkeiten bezüglich Geheimnummer und Umschlägen geben KÖNNTE. Allerdings wollte der Anrufer mit mir nur über mein Sparkonto sprechen. Von der kurzzeitigen Hoffnung mit neuen Kräften erfüllt, bäumte ich mich ein letztes Mal auf, wies erneut auf die gesamte Problematik hin und bestellte ein viertes Mal Umschläge. Es folgte der übliche Verweis auf den Briefträger als wahrscheinliche Fehlerquelle. Als ich anmerkte, dass ich ansonsten regelmäßig Post erhielt, kam plötzlich ein mysteriöser Unbekannter ins Spiel, der gezielt meine Bank-Post aus dem Briefkasten entwende.

Aus meiner Lethargie gerissen ging ich mutig geworden mit meiner neuen EC-Karte zum Geldautomaten und probierte ohne Erlaubnis des beleibten „Kundenberaters“ die Geheimnummer aus, die ich am 22. Oktober erhalten hatte,  die angeblich nicht gültig war und die ich deshalb hätte vernichten soll – was ich in einem Anfall von Hellsichtigkeit zum Glück nicht getan hatte. Denn siehe da: Beides passte zusammen! Somit war zumindest dieses Problem gelöst, und ich begann wieder daran zu glauben, dass ich das neue Jahr eventuell doch überleben würde.

Nichts als Ärger / Geschichten, die das Leben schreibt

Am 20. Dezember traf mich fast der Schlag: Unter meiner Post befand sich ein Schreiben der Bank! Offenbar war mein mysteriöser Bank-Post-Dieb an diesem Tag anderweitig im Einsatz. Mit zitternden Händen riss ich die Sendung auf, von der Hoffnung getrieben, dass ich endlich meine Umschläge zum Versenden der – ebenfalls zur Neige gehenden und daher am 26. November mit der richtigen Schreibweise „Mirjam“ bestellten – Überweisungen bekommen sollte. Tatsächlich enthielt der Bank-Umschlag einen Satz Überweisungsvordrucke – allerdings waren diese mit der falschen Schreibweise „Mirijam“ bedruckt. Dass sie mich erst am 20. Dezember erreichten, obwohl sie bereits im November abgeschickt worden waren, ließ sich mit der deutlich sichtbaren Erstadressierung nach Berlin erklären. Allerdings konnte ich mich beim besten Willen nicht daran erinnern, wann ich diese Vordrucke mit der falschen Schreibweise bestellt haben sollte. Von meinen inzwischen bereits vierfach bestellten Umschlägen fehlte dagegen weiterhin jede Spur.

An Weihnachten tankte ich Kraft im Kreise meiner mich aufbauenden Familie und fasste den Entschluss, die Bank zu wechseln. Schließlich hielt ich es für wahrscheinlicher, im Lotto zu gewinnen, als jemals die für meine Überweisungen nötigen Umschläge zu erhalten. Der Entschluss zum Bankwechsel wurde noch einmal nachhaltig bekräftigt, als ich Anfang Januar einen Anruf meines Vermieters erhielt: Es sei ihm ja sehr unangenehm, teilte er mir mit, aber leider seien in diesem Monat von der Miete in Höhe von 616 DM lediglich 6,16 DM bei ihm angekommen – ein bisher noch nie aufgetretener Überweisungsfehler.

Mitten im Bank-Wechsel-Vorgang traf am 10. Januar plötzlich unverhofft erneut Post von der Bank bei mir ein. Die Sendung enthielt nun unnötig gewordene Überweisungsvordrucke mit der richtigen Schreibweise meines Namens. Somit wurde endlich ein Teil meiner Bestellung vom 26. November eingelöst. Überflüssig zu erwähnen, dass die Lieferung natürlich keinerlei Umschläge enthielt – trotz der vierfachen Bestellung. Mit dem Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, schrieb ich einen erbosten finalen Brief an die Bank-Unternehmenskommunikation, mit der Aufforderung, mir binnen 14 Tagen eine Erklärung für die unerklärlichen Vorgänge zu geben.

Die Vorgänge blieben unerklärlich: Nach 15 Tagen kommunizierte die Unternehmenskommunikation, dass meine Beschwerde sie „sehr betroffen“ gemacht habe, man aber trotz intensivster Nachforschungen keinerlei Erklärung für den Verbleib meiner Bestellungen und für das Einrichten der Berliner Versandadresse habe. Als Entschädigung für mein Leiden enthielt der Brief eine Telefonkarte mit einer Wertsumme von sage und schreibe fünf DM. Dermaßen reich entschädigt beschloss ich, das Kapitel endgültig ad acta zu legen – zumal auch bereits meine gesamten Freunde schreiend davon liefen, wenn ich den Mund öffnete und den Namen meiner Bank sagte. Als letzten Akt überwies ich von dem nach dem Bankwechsel noch verbliebenen Restbestand auf meinem Girokonto meinen Rückmeldungsbetrag für die Universität in Höhe von 220 DM – ein letzter schwerer Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Denn eines Tages im Februar klingelte das Telefon: Es meldete sich eine Dame der Uni-Verwaltung, um mich darauf hinzuweisen, dass ich mich leider nur mit 2,20 DM rückgemeldet habe. Rasend vor Wut – schließlich hatte es sich bei der Überweisung um einen Computervordruck der Universität gehandelt und es konnte sich nicht um einen Übertragungsfehler meinerseits handeln – rief ich beim verhassten Direkt-Service an (die Nummer konnte ich inzwischen auswendig) und bellte mit Schaum vor dem Mund den Befehl in den Hörer, den Fehler umgehend zu korrigieren und mir Aufklärung über die Hintergründe zu verschaffen. Die geforderte Aufklärung musste die Direkt-Service-Dame wenig überraschend schuldig bleiben. Als ich gerade entnervt auflegen wollte, meldete sie sich allerdings noch einmal mit folgenden Worten: „Mir ist da gerade etwas aufgefallen: Unter Ihren Daten ist eine Versandadresse in Berlin abgespeichert – ist die eigentlich noch gültig?“

– Ende –

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13 Gedanken zu „Bank-Ärger I

      • Ich muss gestehen, ich habe bereits bei weit weniger ausuferndem Bankärger bereits gewechselt. Nun denn, manche Banken scheinen so mit sich und ihrer Bürokratie beschäftigt zu sein, dass sie überhaupt nicht mitbekommen, dass sie Kunden haben und das eigentlich ihr Hauptgeschäft wäre. Nun ja…

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      • Ja, das wird ja auch nicht besser, sondern eher schlimmer… Aber mit der Bank, zu der ich gewechselt bin, hatte ich bisher zum Glück keine Probleme! Ich hoffe, das bleibt so… Wenn nicht, habe ich immerhin neuen Stoff für Geschichten 🙂

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      • In dem Fall wünsche ich dir natürlich, dass du keinen neuen Geschichtenstoff von einer Bank bekommst ;).

        Meine jetzige Bank ist die Schweizer Variante DER deutschen Bank, von der ich weg gegangen war. Aber bisher bin ich sehr zufrieden.

        Im übrigen hab ich 2009 auch mal eine ethische Bank gewählt, aber nur mit Sparkonto, der Rest war mir zu unflexibel. Es war bei weitem nicht so aufwändig wie in deinem Erlebnis, ich war ja auch in München. Aber irgendwie fand ich es trotzdem etwas schwerfällig, damit umzugehen. Und als ich in der Schweiz ein Konto aufmachen wollte und mir die Möglichkeiten der nächstliegenden ethischen Bank anschaute… Schade, dass sie noch nicht so verbreitet sind und man daher einfach weniger handlungsfähig würde, wenn man seine Kröten damit verwalten lässt.

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  1. Also, mit meiner „ethischen“ Bank bin ich auch sehr zufrieden, da gab’s bisher keinerlei Probleme! Man kann da ja auch einfach anrufen und alles telefonisch regeln. Wie man bei der Problembank gesehen hat, nützt es ja auch nicht immer was, wenn man die Filiale direkt in der Nachbarschaft hat 🙂

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  2. Das finde ich aber interessant, dass Ihre Bank Ihre Berliner Übergangsadresse herausgefunden hat. Ich habe noch ein Sparbuch bei einer deutschen Großbank, der ich vor ziemlich genau 23 Jahren zum ersten Mal meine neue Adresse mitgeteilt habe. Die Adresse hat seit dem schon ein paar Mal gewechselt, was ich jedes Mal brav schriftlich mitgeteilt habe. Die Post bekomme ich nach wie vor unter der Adresse meines Bruders, der die Briefe dann einscannt und mir mailt.

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    • Ja, das ist ja das Merkwürdige – wenn man gerne eine Adressänderung anzeigen möchte, DANN klappt das natürlich auch nicht! Immer so, wie man es nicht braucht… In meinem Fall halte ich es aber für keinen Zufall, dass das Problem seinen Anfang mit der Postzustellung genommen hat – das hatte vermutlich schon was mit den Verknüpfungen der Bank aus früheren Zeiten zu tun…
      Vielen Dank übrigens für’s Folgen – dann werde ich mich auch mal ein bisschen bei „Trippmadam“ umschauen 🙂

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